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Ein Kommentar von Michael Eckart, Ehrenamtlicher Naturschützer und Jagdausübungsbetechtigter, zum Thema „Streunender Fuchs in der Gemeinde Kriebstein“

Kriebstein, den 21.06.2019

Füchse sind sehr anpassungsfähig und ausgesprochene Kulturfolger. Damit treffen wir sie immer öfter in Siedlungsgebieten, Dörfern und Städten an. Oftmals sind wir Menschen es selbst, die diese Entwicklung fördern, indem wir unachtsam mit Müll und nicht verbrauchten Lebensmitteln umgehen. Ist der Tisch entsprechend gedeckt, folgt Reinicke der Einladung und bedient sich. Dabei lernt der Fuchs sehr schnell, wo Gefahr zu erwarten ist und wo sie ausbleibt und verliert somit auch gegenüber uns Menschen zunehmend seine Fluchtdistanz.

 

Vor allem im Frühjahr ist der Fuchs auf Grund von Nahrungssuche oft tagaktiv, da die Jungen ständig nach Futter betteln und das Bringen von Beute bei den Elterntieren einfordern. Dieser Stress lässt die Rotfüchse oft an ihre Substanz gehen und die zunehmende Vegetation macht es schwierig ihre Hauptbeute zu jagen- Mäuse. Nun wird alles Fressbare angenommen.

 

Die Folge der ständigen kräftezehrenden Beutesuche sind ein nicht ansprechendes Gesamtbild, struppiges Fell und eine wenig behaarte Lunte. Auf den ersten Blick deuten wir Menschen dies als krankhaftes Aussehen.

Diesen Zustand genau einzuschätzen ob liegt hier in Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt den ortsansässigen, als auch berechtigten Jagdpächtern. Dabei geht dies einen sehr geraden Weg: Bild vor Ort machen, Situation einschätzen, Entscheidung treffen und handeln. Im Falle des Kriebethaler Fuchses wurden mir persönlich zwei digitale Aufnahmen gesendet und ebenfalls konnte das Gespräch mit Bürgern geführt werden, welche Reinicke mehrmals gesehen hatten.

 

Auf Grund dieses Bildes und entgegen erster Einschätzungen, sehen wir Jäger im Moment keinen weiteren Handlungsbedarf. Ein Abschuss oder Fang kommt nur dann in Frage, wenn hier wirklich Gefahr in Verzug ist! Wir als Jäger dürfen hier verantwortungsbewusst gerade auch in Bezug auf die Aufzucht der Welpen handeln und genau die bestehenden Möglichkeiten betrachten.

 

In befriedeten Gebieten wie Städten, Dörfern, Parkanlagen und Gärten ruht die Jagd, da ein Einsatz der Jagdwaffe absolut gefährlich und verboten ist! Lebendfallenjagd bietet eine Option, führt aber meist zum Fangen von Waschbären, Igeln und Katzen. Letztere halten dies mit einem entsprechenden zeitweise gestörten Verhalten nach und können zum Ärgernis mit den Besitzern führen. Der einfachste Weg, um die Konfrontation mit Reinicke zu vermeiden, ist der ordnungsgemäße Umgang mit nicht verbrauchten Lebensmitteln. Hundebesitzer haben natürlich die entsprechende Verantwortung gegenüber ihrem geliebten Vierbeiner zu wahren.

 

Und das Thema Waschbären ist dabei ein Sorgenkapitel für sich ...